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Aktionstag 20. Juni 2020

Für den 20. Juni 2020 planen die Netzwerke Leipzig+Kultur, Livekommbinat Leipzig, Kreatives Leipzig und die kulturellen Eigenbetriebe der Stadt am 20.06. einen Aktionstag in Leipzig, an dem sich alle Kultureinrichtungen/ Veranstalter/ Vereine/ Clubszene und Künstler:innen beteiligen und auf ihre spezielle derzeitige Situation aufmerksam machen wollen! Die Aktion wird durch das Kulturdezernat der Stadt Leipzig und die Kulturbürgermeisterin unterstützt.

Ablauf Aktionstag 

16 Uhr – 17.30 Uhr

Dezentrale Aktionen aller Kulturakteure finden im gesamten Stadtgebiet statt und ziehen von dort bis zum Augustuplatz. Aktionen & Zusammenschlüsse u.a.:  

  • Ost-Passage Theater startet 16 Uhr ins Rabet, dort Zusammenschluss mit weiteren Projekten/Häusern u.a. Pöge-Haus und von dort aus in Richtung Augustusplatz
  • Cammerspiele „Ohne Kultur wird alles schlecht“, gemeinsamer Gang von den Cammerspielen zum Augustusplatz über die Karl-Liebknecht-Straße/ Leuschnerplatz . Unterwegs werden Cammerspiele-Getränke, die jetzt im Juni ihr MHD überschreiten werden, an Passanten verschenkt.
  • Durch das Stadtzentrum ziehen Leipziger Kabaretts und passieren dabei alle Kabarett-Spielstätten, musikalisch begleitet und mit Aktions-Handwagen
  • LiveKommbinat Leipzig, Gso Leipzig Leipzig und vak. Leipziger Kollektive fahren, angeführt von je einem lauten und bunten LKW, über drei Routen subkulturelle Hotspots der Stadt in verschiedenen Stadtteilen ab
  • Interaktive Performance der Theaterturbine an der Moritzbastei (Start bereits 15:30 Uhr)

 

ab 18:00 Uhr

Kundgebung auf dem Augustusplatz // Videobeiträge, künstlerische Interventionen und Wortbeiträge von Kulturaktiven aus und für Leipzig

 

//  Wir bitten herzlich um ein verantwortungsvolles Miteinander (Abstand halten + Mund-Nasenschutz).

Videobotschaften

Vimeo

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Videobotschaften von: Werk 2, Elipamanoke, Moritzbastei, Distillery, Conne Island, Noch Besser Leben, TV-Club, Gewandhaus zu Leipzig, ZSL-Betreibergesellschaft mbH/ QUARTERBACK Immobilien ARENA, Westbad Leipzig, Central Kabarett, Sabrina Lieb – freie Fotografin und Autorin, Haus Leipzig, Horns Erben, MÜHLSTRASSE 14, Cammerspiele Leipzig, Theatrium, Museum für Druckkunst, Neues Schauspiel Leipzig, die naTo, Theater der Jungen Welt, Schauspiel Leipzig, Puppentheater Sterntaler, Stadtbad Leipzig, Sibylle Kuhne – freie Schauspielerin, Kordula Kunert für das LiveKommbinat Leipzig, LOFFT – Das Theater, Flügelschlag Werkbühne

Wortbeiträge

Verlesung des gemeinsamen Aufrufs #nurmitkultur 

  • Andreas Schulz (Gewandhaus zu Leipzig), Sophie Renz (Initiative Leipzig+Kultur),  Mirko Stock (Kreatives Leipzig e.V.) und Kordula Kunert (LiveKommbinat Leipzig e.V.)

 

Kilian Forster (Stumme Künstler/ Dresden)

Dr. Skadi Jennicke (Bürgermeisterin und Beigeordnete für Kultur)

 

 

 

Fotos: Thomas Wagner

Aufruf

#nurmitkultur – Aktionstag für den Erhalt der Leipziger Kultur am 20. Juni 2020

Die Covid19-Pandemie stellt uns vor die Frage, was wichtig ist für unser Zusammenleben. Was ist verzichtbar, was ist lebensnotwendig für den Erhalt einer aufgeklärten Gesellschaft? Wie wollen wir leben im Angesicht einer Bedrohung, wie der durch das Corona-Virus? Wir sagen: nur mit Kultur!

Kultur als Lebensnotwendigkeit
Kultur ist die Grundlage einer aufgeklärten Gesellschaft. Sie verbindet, erinnert, gibt Denkanstöße und uns die Möglichkeit, uns ästhetisch und menschlich weiter zu entwickeln. Kultur ist Begleiterin, Initiatorin und Katalysator gesellschaftlicher Prozesse.

Doch in der aktuellen Situation zeigt sich auch, dass der Stellenwert der Kultur im Vergleich zu ökonomischen Zusammenhängen nachgelagert ist.

Dabei braucht es gerade jetzt eine Kultur, die Raum schafft, sich zu verständigen und auszutauschen, die das Gemeinsame in der Veränderung betont, die zum gesellschaftlichen Zusammenhalt beiträgt.

Kultur in Gefahr
Die Kultureinrichtungen und die Menschen, die für sie und in ihnen arbeiten, sind in dieser Krise besonders hart betroffen. Das betrifft kulturelle städtische Eigenbetriebe ebenso wie Clubs, freie Spielstätten mit und ohne öffentliche Förderung, freie Kulturinitiativen und ehrenamtlich strukturierte Vereinen, Soloselbständige in Kultur- und Kreativwirtschaft. Wir alle haben zum Wohl der Gemeinschaft verzichtet, unsere Arbeit ruhen lassen, unsere Häuser geschlossen gehalten, sind unserer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht geworden. Jetzt schwinden unsere Kräfte, unsere Rücklagen, unsere finanzielle Liquidität.

Angekündigte Hilfsmaßnahmen
Knapp 1 Mrd. Euro wurden vom Bund für das Programm „NEUSTART KULTUR“ angekündigt. Mittel, die überwiegend der Erhaltung und Stärkung der Kulturinfrastruktur dienen sowie für die Schaffung weiterer digitaler Angebote und pandemiebedingten Investitionen eingesetzt werden sollen. Darüber hinaus sollen Überbrückungshilfen in Höhe von 25 Mrd. Euro an kleine und mittelständische Unternehmen ausgezahlt werden, um Umsatzausfälle kompensieren zu können und Existenzen zu sichern. Inwiefern davon auch gemeinnützige Kultureinrichtungen profitieren können, ist zu diesem Zeitpunkt noch unklar.

Des Weiteren kündigte der Freistaat Sachsen Anfang Juni ein Kulturhilfspaket in Höhe von 67,8 Mio. Euro an, wovon rund 21 Mio. an die sächsischen Kulturstaatsbetriebe gehen. 7 Mio. Euro gehen davon in die Kulturstiftung des Freistaates für Stipendienprogramme sächsischer Solo-Künstler:innen und neue Formate und Konzepte der Veranstaltungsbranche. Der größte Teil – 30 Mio. werden an die freien Kultureinrichtungen und -vereine des Freistaates verteilt, was immerhin eine Hilfe für die bisher entstandenen Liquiditätsprobleme in Aussicht stellt – so lange die Mittel reichen (maximal 10.000 €/ Einrichtung, in Ausnahmefällen max. 50.000/ Einrichtung).

Bekenntnis zur Kultur
Wir danken Bund und Freistaat für das Erkennen unserer Problemlage. Eine nachhaltige Perspektive für unsere Zukunft ist in den Ankündigungen aber leider nur schemenhaft erkennbar. Ist Kultur in Krisenzeiten nicht wichtig genug? Ist sie „nur das Sahnehäubchen“, nur ein „nice to have“ für unser gesellschaftliches Zusammenleben? Dieser Eindruck drängt sich auf und kann doch falscher nicht sein.

Wir fordern ein klares Bekenntnis aller politisch Handelnden für den Erhalt unserer kulturellen Infrastruktur! Dazu gehören staatliche und kommunale Eigenbetriebe ebenso wie die freien Kulturinitiativen, Vereine, Spielstätten und Clubs. Wir fordern eine nachhaltige Unterstützung von Künstler:innen und Kultur- und Kreativschaffenden, solange ihre Arbeitsmöglichkeiten durch die Pandemiefolgen eingeschränkt bleiben müssen.

Perspektiven und Lösungsansätze mit Beteiligung der Kulturpraktiker
Wir brauchen klare und verlässliche Perspektiven, wie es weitergehen kann. Können öffentliche Orte und Brachflächen als temporäre Kulturorte mit einer höheren Zuschauerkapazität eine Alternative sein? Wie sollen in Zukunft Veranstaltungen mit Musiker:innen, Schauspieler:innen und Tänzer:innen durchgeführt werden, die 1,5 Abstand halten müssen? Wie können Menschen zusammenkommen, um in Zeiten der Pandemie gesellschaftliches Miteinander zu gestalten? Wo soll gesellschaftlicher und kultureller Austausch stattfinden, wenn die Orte dafür zu verschwinden drohen?

Wir können unsere Häuser wieder öffnen, aber nur für einen Bruchteil unseres Publikums. Wir stehen vor dem Problem, dass wir mit jeder Veranstaltung vor halbleeren Zuschauerrängen ein Defizit erwirtschaften werden, das unsere Rücklagen zusätzlich belasten wird. Unter den aktuellen Umständen ist für den Fortbestand unserer Einrichtungen sicherer, wenn wir geschlossen bleiben, als wenn wir teilweise wieder öffnen.

Für dieses strukturell-betriebswirtschaftliche Problem muss eine konkrete, passgenaue, wirksame, nachhaltige Lösung gefunden werden und dies mit Beteiligung der Betroffenen, denen aus der Praxis und aus den Kultureinrichtungen, nicht der Lobbyisten.
Die angekündigten Hilfsmaßnahmen müssen so ausgestaltet werden, dass sie insbesondere dieser Herausforderung gerecht werden.

Drohender Verlust an Kultur = immense Folgen für lokale Wirtschaft und Steuereinnahmen
Machen wir uns klar, dass mit dem Verlust von Spielstätten, Konzerthäusern und Clubs nicht nur die Kultur stirbt, sondern auch die Grundlage unseres Zusammenlebens erodiert. Der drohende Verlust an kultureller Infrastruktur wird auch schwerwiegende wirtschaftliche Folgen haben. Für Tourismus, Marketing, Gastronomie- und Hotelgewerbe und den Einzelhandel setzen Kulturveranstaltungen lebenswichtige ökonomische Impulse.

Umso mehr machen wir deutlich, dass es #nurmitkultur geht, dass es Kultur braucht. Gerade jetzt, gerade hier!

Kulturstadt Leipzig ohne Kultur?
Leipzig ist zur Boomtown geworden. Auch wenn man Wortgestalten wie „Cool Kids Town“, „Hypezig“ und „Place to be“ mit Argwohn gegenübersteht, so steht fest, dass Leipzig eine enorme Anziehungskraft weit über die Stadtgrenzen hinaus bis in alle Welt entwickelt hat.

Ohne Kultur, ohne die Verbindung zwischen städtischen Kulturbetrieben, freier Szene, Kultur- und Kreativwirtschaft und Clubs, die sich einander bedingen, gäbe es keine „Cool Kid Town“; kein „Place to be“, wäre Leipzig nicht der Standort, der er es heute ist mit seinen positiven und lebenswerten Auswirkungen auf alle Teile der Gesellschaft.

Deswegen sagen wir laut und deutlich #nurmitkultur und rufen zum Aktionstag am 20. Juni auf, um deutlich zu machen, was Kultur bedeutet und was auf dem Spiel steht, wenn Kultur stirbt.

Leipzig + Kultur | LiveKommbinat Leipzig | Kreatives Leipzig e.V. | Eigenbetriebe Kultur der Stadt Leipzig

Unterstützt durch die Beigeordnete für Kultur der Stadt Leipzig.

 

Aufruf #nurmitkultur – Aktionstag für den Erhalt der Leipziger Kultur am 20. Juni 2020 als PDF zum Download 

Ansprechpartner:innen

Organisationsteam:
Katrin Gruel, Kordula Kunert (LiveKommbinat Leipzig e.V.), Sophie Renz, Torsten Reitler, Falk Elstermann (Initiative Leipzig + Kultur), Mirko Stock, Maria Köhler (Kreatives Leipzig e.V.), Andreas Schulz, Dirk Steiner (Eigenbetriebe Kultur der Stadt Leipzig –  Gewandhaus), Enrico Lübbe (Eigenbetriebe Kultur der Stadt Leipzig –  Schauspiel Leipzig)

Support:
Technik: mjut, stagetogo | Video Wortbeiträge: streamio.de, KNGURU – Visual Studios | Video vor Ort: Leipstream | Fotografie: Tom Schulze |Banner: Gangart

Versammlungsleiterin:
Katrin Gruel | +49 162 7350330 | k.gruel@werk-2.de

Ansprechpartner Medien:
stellvertretend für die Szene-Verbände

Sophie Renz  | +49 171 9523078 und 
Torsten Reitler | +49 157-81907757
info@leipzigpluskultur.de

stellvertretend für die Eigenbetriebe Kultur der Stadt Leipzig
Dirk Steiner | +49 174 904 63 41 | presse@gewandhaus.de

#DASistLeipzig ist ein solidarisches Gemeinschaftsprojekt, initiiert von Kreatives Leipzig e.V., Livekommbinat Leipzig e.V. und der Initiative Leipzig + Kultur.

Hier gibts Infos, Support und Veranstaltungen aus der Leipziger Kultur- und Kreativszene für Leipzig und die Szene.

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